Materialien erstellen

 

In diesem Bereich finden Sie Informationen und Beispiele, die für die Erstellung von Materialien für die Basisbildung mit jugendlichen und jungen erwachsenen MigrantInnen hilfreich sind. Die angeführten Beispielmaterialien wurden im Rahmen der Basisbildungsmaßnahmen des Integrationshauses und des Jubiz an der VHS Ottakring entwickelt und erprobt.

Da in den Basisbildungsmaßnahmen kein „Fachunterricht“ im schulischen Sinn abgehalten wird, sind die Materialien nicht „Fächern“, sondern den sprachlichen Fertigkeiten zugeordnet (mit Ausnahme von Mathematik und IKT).

Unter den einzelnen Fertigkeiten finden Sie jeweils kurz zusammengefasst spezifische Kernaspekte, die durch Beispiele veranschaulicht werden. Bei den angeführten Beispielmaterialien gibt es sowohl Hinweise zu Zielen, Sozialformen, Dauer und Ablauf der Aufgaben als auch Erläuterungen zum Einsatz im Basisbildungsunterricht und teilweise vorbereitende bzw. weiterführende Aktivitäten/Übungen.

Abgeleitet aus den Informationen zu den einzelnen Fertigkeiten bzw. Fächern (Lesen, Hören, Sprechen, Schreiben, Mathematik, IKT, "Lernen lernen") lassen sich auch generelle Aspekte darstellen, die bei der Materialerstellung in Basisbildungsmaßnahmen für jugendliche und junge erwachsene MigrantInnen beachtet werden sollten und im Folgenden exemplarisch aufgelistet sind:

 

  • Formale Anforderungen an die Materialien:
    • Arbeitsblätter übersichtlich gestalten, gering gehaltener Informationsgehalt pro Arbeitsblatt
    • Schriftart und -größe bewusst auswählen (und abwechseln)
    • Linien einfügen, wo die LernerInnen etwas einfügen bzw. schreiben sollen
    • ausreichend Platz lassen (mindestens doppelt so viel wie für schreibgewohnte Personen)
    • linierte Blätter für Schreibaufträge bereitstellen (mit ausreichend Platz zwischen den Zeilen bzw. am Rand für Anmerkungen, Notizen etc.)

 

  • Inhaltliche Anforderungen an die Materialien:
    • klare, in der Formulierung möglichst einfache Arbeitsaufträge
    • Visualisierungen (allerdings berücksichtigen, dass Bilder oder Grafiken wirklich zum Text passen und nicht irreführend sind)
    • mehrere Kanäle ansprechen (darauf achten, dass nicht alle Arbeitsaufträge mündlich erteilt werden, damit sich die LernerInnen auch daran gewöhnen, diese zu lesen und zu verstehen); gegebenenfalls Informationen mittels mehrerer verschiedener Lesetexte bzw. Hörmaterialien oder auch Videosequenzen er- bzw. verarbeiten lassen
    • Zieldefinitionen bei Aufgaben/Übungen exakt festlegen und den TeilnehmerInnen transparent machen
    • wenn sinnvoll und möglich, Aufgabenstellungen für mehrere sprachliche Niveaus erstellen, um binnendifferenziert arbeiten zu können
    • in allen Aufträgen (auch in Mathematik und IKT bzw. im "Fachunterricht") darauf Rücksicht nehmen, dass sie im Rahmen des DaZ-Unterrichts stattfinden und somit auch immer Sprachunterricht darstellen (eine DaZ-Ausbildung ist daher für alle Unterrichtenden in der Basisbildung mit MigrantInnen ratsam)

 

  • Zielgruppenadäquate Materialien:
    • Interessen der Jugendlichen treffen (inhaltlich)
    • in Sprach- und Bildauswahl auf die Zielgruppe achten (keine Grundschulmaterialien, die für Kinder gemacht wurden, verwenden)
    • Niveau und Vorkenntnisse der TeilnehmerInnen berücksichtigen: Texte sollen heraus-, aber nicht überfordern (thematisch ebenso wie sprachlich)

 

  • "Lernen lernen":
    • im Unterricht in allen Fertigkeitsbereichen laufend Strategien erschließen und thematisieren
    • ausreichend Zeit für die Gestaltung und Ordnung der Lernunterlagen einräumen und diese "Kompetenz" nicht als Selbstverständlichkeit voraussetzen