Sprechen - Material 2

Gesprächsrekonstruktion (Großglockner)

 

Arbeitsblatt: Sprechen Großglockner

 

Lernziele:

  • formal korrekte Sprachanwendung
  • Einüben eines Modelldialoges (Prüfungssituation)

 

Sozialform:

Plenum, Paararbeit

 

(Zusatz)Material:

Modelldialog (für die Unterrichtenden)

 

Einbettung ins Curriculum:

thematisch passt die Aktivität zu Geografie/Landeskunde über Österreich und bereitet modellhaft auf mündliche Prüfungssituationen vor.

 

Dauer:

50 Minuten

 

Ablauf:

Der Ablauf ist bei Buttaroni (Buttaroni 1997, S. 246ff) folgendermaßen beschrieben. Wichtig für die Unterrichtende ist, dass sie einen Modelldialog vorbereitet hat, der anhand des Ablaufs mit den TeilnehmerInnen erarbeitet und memoriert ist. Wenn der Dialog an einen in den vorhergehenden Unterrichtsstunden erarbeiteten Hörtext angelehnt ist, vereinfacht sich diese Aktivität für die TeilnehmerInnen.

 

Ablauf: Gesprächsrekonstruktion

  1. Beschreibung der Situation
    Die Unterrichtende beschreibt in groben Umrissen die Situation: den Ort, die Zeit, die Personen und ihr Verhältnis zueinander. Dies geschieht rein verbal (in der Zielsprache), durch Gestik und Mimik, mittels einer Skizze auf der Tafel oder auch durch eine Mischung mehrerer Mitteilungsformen.
  2. Beschreibung und Rekonstruktion des ersten Äußerungspaares
    Nach der Situationsbeschreibung liefert die Unterrichtende Hinweise auf den Inhalt der ersten Äußerung, die in erster Linie die kommunikative Funktion der Äußerung betreffen. Auch dies wird verbal oder mit der Unterstützung von Gestik und Mimik dargestellt, am besten durch eine Kombination beider Möglichkeiten.
    Die Lernenden versuchen nun, eine Äußerung zu formulieren, die dem gestellten Ziel möglichst nahe kommt. Die jeweiligen Vorschläge werden gemeinsam unter der Leitung der Unterrichtenden korrigiert. So werden die ersten zwei Äußerungen rekonstruiert.
  3. Memorierung des ersten Äußerungspaares
    Die Lernenden memorieren zu zweit das erste Äußerungspaar. Besteht die LernerInnengruppe aus einer ungeraden Zahl von TeilnehmerInnen bildet die Unterrichtende ein Paar mit einer Lernenden.
  4. Beschreibung  und Rekonstruktion des nächsten Äußerungspaares
    Unterrichtende und Lernende rekonstruieren das nächste Äußerungspaar nach den Modalitäten unter Punkt 2.
  5. Memorierung
    Die Lernenden memorieren zu zweit (in geänderter Zusammensetzung) den bis dahin erarbeiteten Dialogteil. Dafür wird genug Zeit zur Verfügung gestellt, so dass die Paare das ganze Gespräch zumindest zweimal mit vertauschten Rollen durchspielen können.
  6. Beschreibung und Rekonstruktion des letzten Äußerungspaares
    Die Erarbeitung des letzten Äußerungspaares erfolgt nach den Modalitäten unter Punkt 2.
  7. Memorierung
    Zu zweit (in neuer personellen Zusammensetzung) wird der bis dahin konstruierte Dialog geübt.
  8. Schriftliche Fixierung
    Die Gruppe diktiert der Unterrichtenden oder einer Lernenden den Dialog, der an die Tafel geschrieben wird. Schreibt eine Lernende, ergeben sich durch mögliche Fehler weitere Gelegenheiten, orthographische oder sonstige grammatikalische Fragen im Plenum zu diskutieren. Die Unterrichtende übernimmt in diesem Fall eine Beratungsfunktion. Die Lernenden notieren die endgültige Version des erarbeiteten Dialogs.

 

Erläuterungen zum Einsatz im Basisbildungsunterricht:

Mündliche Prüfungen (über Fachinhalte) stellen in Hauptschulabschlusskursen die TeilnehmerInnen vor eine große Herausforderung. Mit der Aktivität "Gesprächskonstruktion" kann modellhaft diese Situation trainiert werden, wobei bei dieser Aktivität auf nahezu allen sprachlichen Ebenen (syntaktisch, grammatisch, phonetisch, ...) gleichzeitig gearbeitet wird. Ziel ist es, dass die TeilnehmerInnen mit Hilfe dieser Aktivität zu unterschiedlichen "Fachinhalten" Modelldialoge memorieren, die sie bei späteren tatsächlichen Prüfungssituationen abrufen können.

 

Vorbereitende/Weiterführende Übungsvorschläge:

Selbstverständlich eignet sich diese Aktivität nicht zur Erarbeitung der Fachinhalte. Diese müssen vorher durch entsprechende Lese- bzw. Höraktivitäten erarbeitet worden sein. Weiterführend können die TeilnehmerInnen selbst Inhalte (z. B. die höchsten Berge ihrer Heimatländer) sammeln und den Modelldialog zu zweit in abwechselnden Rollen mit den Informationen ihrer Heimatländer durchspielen. Inhaltlich kann diese Aktivität auf Europa bzw. die gesamte Welt (Wie heißt der höchste Berg der Erde?) ausgedehnt werden.