Das Netzwerk Dynamo – Modell für Jugendliche in Übergangssituationen

 

Das Projektnetzwerk Dynamo – ein ESF-Projekt, das national aus Mitteln des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur, der Stadt Wien (MA 17) sowie des waff gefördert wird und 2009 mit dem „Europasiegel für innovative Sprachenprojekte“ ausgezeichnet wurde – wird von September 2007 bis August 2010 vom Verein Projekt Integrationshaus und der Wiener Volkshochschulen GmbH (Volkshochschule Ottakring und Volkshochschule Rudolfsheim-Fünfhaus) durchgeführt.

Die unterschiedlichen Maßnahmen und Aktivitäten des Netzwerks finden Sie hier: Dynamo-Faltblatt (PDF, 613kB)


Ziel des Netzwerkes ist es, Handlungsspielräume von jugendlichen MigrantInnen zu erweitern und Chancengleichheit im Berufs- und Bildungssystem zu schaffen. Insbesondere soll der überdurchschnittlich hohen Arbeitslosigkeit dieser Zielgruppe entgegengewirkt und der Zugang zu höheren Bildungsabschlüssen ermöglicht werden.

 

Die Netzwerkstruktur basiert auf vier Säulen: Bildungsarbeit, Integration in den Arbeitsmarkt, Bildungsberatung und psychosoziale Begleitung bzw. Sozialarbeit und -pädagogik sowie Sensibilisierung innerhalb der Gesellschaft.

  • Bildungsarbeit umspannt den Bogen von Alphabetisierung und Basis- bzw. Grundbildung, Sprachförderung, vom Nachholen von Bildungsabschlüssen bis hin zur Hochschulreife und der (Lern-)Unterstützung von jugendlichen MigrantInnen in der Sekundarstufe II.
  • Integration in den Arbeitsmarkt wird mit Hilfe von Kursmaßnahmen erreicht, die jene Jugendlichen unterstützen, die meist auf Grund ihres migrantischen Hintergrunds erschwerte Bedingungen bei der Lehrstellensuche vorfinden.
  • Bildungsberatung und psychosoziale Begleitung hat für die Zielgruppe einen förderlichen Einfluss auf die Erreichung des angestrebten (Aus-)Bildungsziels und steuert möglichen Abbruchtendenzen präventiv gegen. Sozialarbeiterische und -pädagogische Begleitung der Kursmaßnahmen ist für die Jugendlichen eine unbedingt notwendige Stütze.
  • Sensibilisierungsmaßnahmen (BildungspartnerInnen und MentorInnen) haben zum wechselseitigen integrativen Inhalt, dass Anknüpfungspunkte zwischen den Lernenden und Personen der Mehrheitsgesellschaft hergestellt und reflektiert begleitet werden.

 

Basisbildungsmaßnahmen im Rahmen des Netzwerks Dynamo

 

Da dieser Leitfaden für Basisbildungsmaßnahmen entwickelt wurde, wird im Folgenden kurz der Bereich der Basisbildung im Netzwerk Dynamo beschrieben:

Am Jugendbildungszentrum der Wiener Volkshochschulen finden Kurse für Personen ohne oder mit sehr geringen Lese- Schreibkenntnissen statt. Diese Kurse "Alphabetisierung und Deutsch für jugendliche MigrantInnen" sind semesterweise organisiert, umfassen jeweils 300 UE und haben zum Ziel, grundlegende Kompetenzen in Deutsch in den schriftlichen Fertigkeiten sowie im Mündlichen zu erreichen. Es findet auch Mathematikunterricht statt, der ein Verständnis für Zahlen und Mengen schaffen und die Jugendlichen befähigen soll, einfache Rechenoperationen durchzuführen.

Die Lehrgänge "Basisbildung für jugendliche MigrantInnen" finden am Jugendbildungszentrum und im Integrationshaus statt und sind als Schuljahreslehrgänge von September bis Juni bzw. Februar bis Jänner konzipiert und umfassen rund 700 Unterrichtseinheiten. Die Lernenden sind dabei in der Regel 4 UE pro Tag, also 20 UE pro Woche im Unterricht und haben dem Regelschulwesen angepasste Ferien.

Der Unterricht gliedert sich in die Bereiche Deutsch und Basisbildung, Mathematik, IKT, "Lernen lernen" und Englisch. In der Regel besteht ein Team aus unterschiedlichen Unterrichtenden, um den Lernenden die Möglichkeit zu geben, mit verschiedenen Lehrstilen konfrontiert zu werden sowie auf den Wechsel der Lehrperson in den Hauptschulabschlusslehrgängen vorbereitet zu sein.

Zusätzlich zu dem Lehrgang werden die Lernenden mit BildungspartnerInnen zusammengeführt. Diese BildungspartnerInnen sind Personen (meist aus der Mehrheitsgesellschaft), die nach einer Schulung, die sie auf diese Tätigkeit vorbereitet, eine Lernende durch die Maßnahme begleitet, indem sie als UnterstützerIn bei sprachlichen, fachlichen und kulturellen Problemen fungiert.