Betreutes Wohnen im Projekt „First Flat"

Dringende Suche nach Wohnungen - Bitte unterstützen Sie uns!

Das Projekt "First Flat" ist eine Wohnform für junge erwachsene AsylwerberInnen zwischen 18 und 25, die im Rahmen der Grundversorgung untergebracht sind, die in das selbständige Erwachsenenleben begleitet werden sollen. Das Angebot von "First Flat" richtet sich an junge Menschen, die am Beginn oder in einer Ausbildung stehen und Unterstützung im Übergang zur Selbständigkeit und Selbstbestimmtheit brauchen. Der Fokus liegt auf der altersadäquaten Unterbringung und der sozialen, gesellschaftlichen als auch arbeitsmarktpolitischen Integration.

Nachdem insgesamt 35 junge erwachsene Flüchtlinge im Projekt First Flat betreut werden sollen, sind wir auf der Suche nach Wohnungen, die für Wohngemeinschaften mit 4-6 Jugendlichen geeignet sind. Falls Sie eine passende Wohnung zu vermieten haben, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf! Wir würden uns freuen, wenn Sie diese Information auch an Ihren Bekanntenkreis weiterleiten würden!

Kontaktperson:
Mag.a Emira Ulrich
e.ulrich@integrationshaus.at
Tel.Nr.: 0699 12123605

Ausgangslage
Jugendliche Flüchtlinge kommen nach ihrer Ankunft in Österreich vorerst in den Wohngemeinschaften (WGs) für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge an, es wird viel Zeit in Deutschkurse, Ausbildungsberatung, das Lernumfeld und die passende Ausbildung gesteckt. Viele der Jugendlichen genießen eine intensive und umfangreiche Betreuung und vor allem eine familiäre Atmosphäre. Dies wirkt sich sowohl auf ihr Ankommen in Österreich als auch ihren schulischen Erfolg aus. Mit dem 18. Geburtstag müssen sie diese WGs verlassen. Einige wenige Jugendliche, deren Asylverfahren abgeschlossen ist, verlassen die WG in die Selbständigkeit. Alle Jugendlichen, deren Asylverfahren nach wie vor anhängig ist, werden in Quartieren für Erwachsene untergebracht. Bei einem Großteil dieser Quartiere kann nicht von einer altersadäquaten Unterbringung gesprochen werden. Folgen sind oft das Gefühl des "Verloren seins", Unzufriedenheit und Leistungsabfall in Bildungsmaßnahmen.

Betreutes Wohnen im "First Flat"
Zur Unterstützung bedient sich das Projekt "First Flat" an sogenannten "Partner WGs", bestehend aus gleichaltrigen StudentInnen der österreichischen Gesellschaft. Die jungen Erwachsenen sollen durch den Austausch mit diesen "Partner WGs" Kontakte knüpfen, Anregungen für das Zusammenwohnen erhalten und bei der Integration in die österreichische Gesellschaft unterstützt werden. Dieses Projekt innerhalb von First Flat nennt sich "FACE to FACE".
Bei der Klärung von rechtlichen Fragen, Ausfüllen von Anträgen, Behördengängen als auch bei der Planung und Umsetzung von Ausbildungen werden die Jugendlichen professionell sozialarbeiterisch unterstützt. Neben der Vermittlung von Sprachkursen, Ausbildungsstellen, Lehrstellen oder anderen Qualifizierungsmaßnahmen steht die Erziehung zur Selbständigkeit und Selbstbestimmtheit im Mittelpunkt.
Derzeit leben 14 männliche Jugendliche aus Syrien, Afghanistan und dem Irak in 3 WGs, die im Rahmen einer Kooperation mit der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien vorübergehend zur Verfügung gestellt wurden. In den nächsten Monaten sollen betreute Wohnplätze für weitere 21 jugendliche Flüchtlinge geschaffen werden. Es wird auch eigene WGs für Mädchen geben, sobald es geeignete Kandidatinnen, die die Voraussetzungen für dieses Projekt erfüllen, gibt.
Die Betreuung der Jugendlichen erfolgt nach dem Modus der Bezugsbetreuung, das heißt ein/eine fix zuständige Betreuer*in ist als Bezugsperson des/der Jugendlichen für das Casemanagement zuständig. Derzeit stehen zwei Fachkräfte mit psychosozialer Ausbildung im Einsatz. Es wird sowohl im Einzelsetting als auch mit Gruppen gearbeitet. Dabei gibt es sowohl Angebote, die nur die einzelnen WGs betreffen, aber auch WG übergreifende Gruppen.

Selbstbestimmtheit im Mittelpunkt
Dies umfasst die Aufgaben des Alltags wie Kochen, Waschen und Putzen aber auch das Kennenlernen des Sozial-, Ausbildungs- und Gesellschaftssystems und dessen Nutzung. Dies schafft die Voraussetzungen, um eine nachhaltige Integration am Arbeitsmarkt und in die österreichische Gesellschaft zu ermöglichen. Ziel des Projektes "First Flat" ist es, die jungen Erwachsenen zu befähigen, ihre schulische und berufliche Ausbildung selbstständig und zielorientiert zu gestalten, ihren Alltag zu bewältigen, soziale wie emotionale Kompetenzen aufzubauen, ihr Selbstwertgefühl zu stärken und eigene Zukunftsperspektiven zu entwickeln.

Form der Unterbringung
Kleine Wohneinheiten in Form von Wohngemeinschaften mit gleichaltrigen Flüchtlingen eignen sich besonders, da es sich bei Wohngemeinschaften um übliche Konzepte für junge Erwachsene in Ausbildung handelt. Dies schafft eine gewisse Gleichheit mit österreichischen Jugendlichen in diesem Alter und führt zu einer besseren Identifikation miteinander. Zusätzlich dazu wird das Zusammenleben von Gleichaltrigen als sehr positiv erlebt mit viel sozialem Lernpotential, von selbständiger Haushaltsführung, Hygiene bis zur Entwicklung von sozialen Fähigkeiten und Fertigkeiten im Umgang mit Herausforderungen und Konflikten. Zusätzlich springt die Wohngemeinschaft oft als Familienersatz ins Auge, welcher gerade für Jugendliche ohne familiären Rückhalt eine zentrale Rolle spielt. Dadurch können labile Phasen in einem fremden Land besser bewältigt werden, die sozialarbeiterische Begleitung soll auch bei diesen Herausforderungen einen wesentlichen Beitrag leisten. Eine intensive Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle für AsylwerberInnen und Flüchtlinge in der Grundversorgung ist fixer Bestandteil des Projekts. Betreuungsziel ist die Verselbständigung der jungen Erwachsenen und ein besonderer Fokus liegt auf dem Bereich Wohnen, Bildung und Integration.

Nachhaltigkeit
Es ist die Intention des Projekts, den jugendlichen Flüchtlingen eine nachhaltige Unterstützung bei ihrer Integration und der Gestaltung ihrer weiteren Zukunft anzubieten. Sie sollen dadurch in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen mit den Gegebenheiten vertraut gemacht werden; Kontaktmöglichkeiten nützen und Orientierung in ihrem Umfeld gewinnen.

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