Integrationshaus gewinnt Österreichischen Kinderschutzpreis MYKI

Projekt „Im Leo“ wird in der Kategorie „Materielle Sicherheit & gesellschaftliche Integration" prämiert.

Foto: Integrationshaus
Das Integrationshaus hat heuer bereits zum dritten Mal den Österreichischen Kinderschutzpreis MYKI gewonnen, diesmal für das Modul "Interkulturelle Arbeit mit Eltern und Pädagog*innen" (IKEP) im Projekt „Im Leo“ (Kategorie „Materielle Sicherheit & gesellschaftliche Integration“). Der Österreichische Kinderschutzpreis wurde von Martina Fasslabend ins Leben gerufen, prämiert werden Vorzeigeprojekte zum Schutz von Kindern bzw. zu ihrer Förderung.


Projekt Im Leo – Modul Interkulturelle Arbeit mit Eltern und Pädagog*innen (IKEP)

Das Projekt Im Leo – Modul IKEP arbeitet mit Pädagog*innen an Pflichtschulen, Eltern(teilen) und deren Kindern, um eine konstruktive Zusammenarbeit zu stärken.

Eltern von Flüchtlingskindern kennen das österreichische Schulsystem nicht, und wissen daher oft wenig darüber, welche Erwartungen an Schulkinder / Eltern bestehen und welche Aufgaben und Rechte damit verbunden sind. Eine sprachliche Barriere und oftmals sehr belastende und prekäre Lebensumstände von Geflüchteten sowie direkte Konsequenzen von Fluchterfahrung (psychische Belastung, Verlust, unsicherer Aufenthalt, auffällige Verhaltensweisen bei Kindern) erschweren es Eltern zusätzlich, ihre Kinder beim Schulbesuch zu unterstützen.

Pädagog*innen wissen oft wenig über die prekären Lebensumstände von Geflüchteten, sowie über mögliche Folgen von Erfahrungen auf der Flucht auf das Verhalten der Kinder, aber auch ihrer Eltern. Eltern, die sich nicht aktiv in den Schulbesuch ihrer Kinder einbringen, werden oft als „uninteressiert“ empfunden, was das dazu führen kann, dass es wenig Austausch über die Kinder gibt oder erst im Krisenfall.

Das Modul IKEP wurde entworfen, um eine gute Zusammenarbeit von Pädagog*innen und Eltern zu etablieren und zu stärken. Wichtige Hintergrundinformationen für Eltern und Pädagog*innen werden aufbereitet und zur Verfügung gestellt. Die Psychologin im Projekt initiiert Gespräche mit Eltern und Pädagog*innen (je nach Thema mit oder ohne Kinder) und begleitet diese wenn nötig das gesamte Schuljahr über. Die Stärkung pädagogischer Handlungskompetenz der Eltern, sowie Wissensvermittlung über außerschulische Unterstützungsstrukturen für Eltern und Kinder sind Teil dieser Begleitung.

Das Projekt verringert durch gezielte Wissensweitergabe Informationslücken und daraus resultierende Herausforderungen im schulischen Alltag, es macht Pädagog*innen wertvolles Wissen für ihre Arbeit mit Geflüchteten zugänglich, es stärkt die Eltern bei der Übernahme eine aktiven Rolle in der Schule und ermöglicht Kindern einen gelungenen Schulbesuch.


Photo: Bundesministerin Sophie Karmasin und Martina Fasslabend mit Fachbereichsleiterin Lydia Krob (Mitte)
(c) Integrationshaus

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